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Wiesbadener

Good Vibrations
Ruhe, Entspannung, positives Körpergefühl – der Mensch sehnt sich nach einem Ausgleich zum stressigen Alltag. Doch oft bleiben diese Wünsche unerfüllt. Es fehlt an Zeit und an dem Gewusst-wie. Zum Glück gibt es professionelle Hilfe.
Zwei Jahre lang besuchte ich mehr oder weniger regelmäßig das Fitnessstudio bei mir um die Ecke. Schön nah, dachte ich, keine fünf Minuten zu Fuß. Doch der kurze Weg half mir nicht viel. Das Programm, das für mich ein einziges Mal zusammengestellt wurde, dauerte ca. 90 Minuten. Wenn alle Geräte, die ich anzusteuern hatte, frei waren. Wenn nicht – Pech gehabt. Dann kam ich erst viel später als geplant nach Hause, oder ging erst gar nicht hin.
Klar, es fehlte mir die dafür notwendige Zeit. Zumal es immer wieder unvorhergesehene Ereignisse gibt, in die man involviert ist und um die man sich kümmern muss – was eben Zeit kostet. In kurzer Zeit das zu realisieren, was sonst ein Vielfaches länger dauert, mit dem gleichen angenehmen Wohlfühleffekt, schien mir unmöglich zu sein.
Bis ich durch Empfehlung auf „Power Plate“ stieß, ein spezielles Training, das angeblich auf meine Bedürfnisse wie maßgeschneidert sein sollte.
Das Power Plate Institut in Wiesbaden
Ich suchte „Power Plate“ in Wiesbaden und fand es im Institut „Unit Wiesbaden“ in der Biebricher Allee. Dort nannte sich das Angebot „Power Plate Personal Training“ – worunter ich mir erst einmal gar nichts vorstellen konnte. Was wiederum die beste Voraussetzung ist ein Probetraining zu vereinbaren.
Mein Besuch führte mich – was in Wiesbaden nicht ungewöhnlich ist – in eine gepflegte Altbauvilla mit geschmackvoll eingerichteten Räumlichkeiten, die nach der Devise „Weniger ist Mehr“ eingerichtet waren. Ich spürte schon nach wenigen Augenblicken: Hier ging es darum, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, und das in einer angenehmen, persönlichen Atmosphäre.
Der Spezialist Holger Zapf
Begrüßt wurde ich von Holger Zapf, einem Diplomsportwissenschaftler, der als Personal Coach, Berater und Ausbilder aktiv ist und „Unit Wiesbaden“ im September 2008 ins zusammen mit seiner Frau ins Leben gerufen hat, um Menschen auf verschiedenen Wegen zu einem neuen, ganzheitlichen Wohlgefühl zu bringen. Und einer davon hieß Power Plate.
Doch am Anfang ist auch hier das Wort. Bevor der Körper in Bewegung gesetzt wird, möchte Holger Zapf mich erst einmal kennen lernen und in Erfahrung bringen, welche Wehwehchen mich plagen, was ich gerne anders und besser haben möchte und ob es auf bestimmte gesundheitliche Beschwerden Rücksicht zu nehmen gilt. Meine Wünsche waren die eines durchschnittlichen Schreibtischtäters, der nach täglich 6 bis 7 Stunden auf dem Stuhl entsprechende Verspannungen spürt und sie einfach nicht mehr los wird. Hinzu kommt, wie sollte es anders sein, mangelnde körperliche Bewegung mit all ihren Begleiterscheinungen. Und zu wenig freie Zeit, mich darum ausführlich zu kümmern.
Mit meiner Vorgeschichte passte ich wohl ins Beuteschema und durfte endlich an das Gerät.
Was ist Power Plate eigentlich?
Die Power Plate besteht aus einer größeren, ovalförmigen Platte, auf der man je nach Übung steht, sitzt oder liegt, und einem senkrechten Aufbau mit Haltegriffen an beiden Seiten. Ich stellte mich auf die Platte, hielt mich fest – und dann ging es los. Ein Knopfdruck meines Personal Trainers und die Platte unter meinen Füßen begann zu vibrieren, es kribbelte zuerst in den Füßen, dann in den Waden, bald in immer mehr Teilen meines Körpers.
Die Vibrationen waren nicht unangenehm, ich spürte Spannung in meinen Muskeln, die durch die Übung hervorgerufen wurden, die mich Holger Zapf durchführen ließ. Nach 30 Sekunden war die erste Einheit beendet, und irgendwie hatte ich das Gefühl, meinen Körper wesentlich länger beansprucht zu haben.
Jeder weitere Übung war ebenfalls 30 bis 45 Sekunden lang, so dass ich das Probetraining, bei dem Holger Zapf die gesamte Zeit zur Seite stand, in kurzer Zeit durchlaufen hatte – und mich hinterher doch so fühlte, als hätte ich anderthalb Stunden Training hinter mir.
War ich in ein Zeitloch gefallen, oder hatte mein Personal Trainer mittels seiner mentalen Kraft die Uhr angehalten?
Die Lösung dieses Phänomens findet sich in der Wirkungsweise der Power Plate, und die ist so einfach wie genial. Durch die multidimensional schwingende Power Plate wird der Körper so beschleunigt, dass körpereigene Reflexe ausgelöst werden. Denn der Körper empfindet die Schwingungen als eine Art Unruhe, der er durch Anspannung der betroffenen Muskeln entgegenzuwirken versucht, die Stabilität zu halten bzw. wieder herzustellen. Die Reflexe sorgen nun dafür, dass sich ab der ersten Sekunde nahezu alle Muskelfasern des Muskels anspannen.
Zum Vergleich: beim konventionellen Training arbeiten im Durchschnitt nur 20 – 40 % des Muskels, ja selbst der Leistungssportler kann nur 80 % des Muskels benutzen.
Durch die zwischen 25 – 50 Hz stufenlos variierbare Frequenz wird dieser so bis zu 3000 mal in der Sekunde aktiviert! Letztlich kommt es also nicht auf die Dauer des Trainings an, sondern auf die Intensität der Anwendung. Aus diesem Grund reichen schon 1 – 2 Power Plate Personal Trainingseinheiten pro Woche von ca. 30 Minuten aus, um die persönlichen Gesundheits- und Fitnessziele zu erreichen.
Und die Kraftplatte, so erfahre ich, hat wirklich viel zu bieten. Wie wissenschaftliche Studien zeigen, kann man mit dem Power Plate Programm alle Muskelgruppen erreichen und somit die Maximalkraft und die Kraftausdauer deutlich steigern. Hierdurch kann man einen definierten Körper bekommen und gleichzeitig etwas gegen die Rückenschmerzen tun. Lange nicht mehr benutzte Muskeln sowie Nerv-Muskel-Zusammenspiel können durch die Anwendungen stimuliert werden und somit die Körperhaltung und die Koordination von Bewegungen verbessern. Außerdem können Power Plate Anwendungen zu einer Durchblutungssteigerung und damit verbundenen Temperaturerwärmung führen und so Wunder bei Cellulite bewirken. Die Durchblutungsmassage kann zu einer Verbesserung des Hautbildes führen. Schließlich können lockernde Entspannungsmassagen auf der der Power Plate Verspannungen lösen und die Beweglichkeit fördern.
Genauso spannend wie die Vielfalt der Anwendungen ist die Geschichte des Power Plate selbst. Die Technik hat ihren Ursprung in der russischen Raumfahrt. Bei Kosmonauten, die sich länger Zeit im All aufhielten, traten als Folge der Schwerelosigkeit immer negative Effekte auf die Muskeln und Knochen ein. Um dem Muskel- und Knochenschwund entgegenzuwirken, setzten die russischen Kosmonauten das Vibrationstraining ein und schafften damit sogar einen Weltrekord: Sie konnten einen Aufenthalt von mehr als 400 Tagen ohne Unterbrechung im All nachweisen. Im Jahr 1999 entdeckte dann der niederländische Olympiatrainer Guus von Meer diese Technologie für seine Olympioniken. Durch den Erfolg seiner Sportler und auf Basis der des Vibrationstrainings entwickelte er die Power Plate, die mittlerweile nicht nur für Hochleistungssportler, sondern für Jedermann nutzbar ist.
Mein erstes Training war nun zu Ende. Ich spürte, wie meine Schultern eine andere, straffere Haltung einnahmen und dass ich mich angenehm entspannt fühlte. Ich freute mich, dass ich dieses Gerät kennen gelernt hatte und war froh, die ganze Zeit über von meinem Personal Trainer betreut worden zu sein. Ohne sein Feed-back und seine korrigierenden Eingriffe in meine Haltungen während der Übungen wäre das Training längst nicht so effektiv für mich geworden.
Das Angebot
Zum Schluss führte mich Holger Zapf durch die anderen Räume des Hauses. Das Angebot der „Unit Wiesbaden“ ruht auf drei Säulen: Power Plate Personal Training, Yoga- und Relaxkurse für Kinder und Erwachsene sowie verschiedene Kurse zur Ausbildung zum Yoga-Lehrer. Ob mit dem Yoga eine bestimmte, vielleicht fernöstlich orientierte Weltsicht verbunden sei, wollte ich wissen. Mein Begleiter antwortet mit einem Zitat eines bekannten Yogi: „Nicht der Schüler muss sich dem Yoga anpassen, sondern das Yoga dem Schüler“.
Ein Ansatz, der auf Anhieb überzeugt.
Yoga Ausbildung
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